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Die Reederei Kutzker kann mittlerweile auf eine über 90jährige Fahrgastschifffahrts-Geschichte zurückblicken.
1910 hatte Julius Kutzker, der Urgroßvater des heutigen Geschäftsinhabers Michael Kutzker, von der Lasten- und Frachtschifffahrt auf Personentransporte umgestellt.
Kutzkers Vorfahren hatten schon immer mit der Schifffahrt zu tun. Da wurden Steine aus Rüdersdorf und Kies vom Möllensee transportiert.
Erst Julius Kutzker entschied sich 1910 für die Fahrgastschifferei und ließ in Berlin-Rummelsburg die damals 14 Meter lange "MS
Weichsel" bauen. Auf diesem Schiff würden heute vielleicht 25 Personen Platz haben, seiner- zeit drängten sich bis zu 80 Fahrgäste darauf.
1926 wurde in Woltersdorf auf der Ertel-Werft
ein zweites Schiff gebaut, das Fahrgastschiff "MS Elbe", welches
immerhin schon 20 Meter lang war.
Langsam wuchsen die Söhne von Julius Kutzker, Georg und Otto, zu Schiffsführern heran und ließen sich 1928 in Wildau ein weiteres Schiff mit dem Namen "MS
Rhein" bauen. Mit den Schiffen "MS Weichsel", "MS Elbe" und "MS Rhein" fuhren sie nun auf den hiesigen Gewässern von Brandenburg nach Berlin und zurück.
In den zwanziger und dreißiger Jahren gab es einen enormen Bedarf der Berliner ins grüne Umland zu kommen, wie zum Beispiel von Berlin-Friedrichshagen oder Erkner nach Alt- Buchhorst, teilweise sogar mit Sack und Pack, und wieder zurück.
1937 wurden dann die Schiffe "MS Elbe " auf 24 Meter, "MS Rhein" auf 23 Meter und "MS Weichsel" auf 20 Meter verlängert.
Bevor die Fahrgastschifffahrt 1944 ganz zum Erliegen kam, mussten die Schiffe auf Holzgas umgestellt werden, da Sprit oft knapp war oder gänzlich fehlte.
1948 kam Georg Kutzker aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Da die auf Lebensmittelkarten zu kaufende Nahrung bei weitem nicht ausreichte, versuchte man sich mit sogenannten "Hamsterfahrten" auf dem Lande zu versorgen. Massenhaft begaben sich Städter aufs Land, denn hier war die Versorgungslage weitaus besser. So wurden 1948 Schiffsfahrten mit Berlinern und Brandenburgern nach Beeskow gemacht, um z.B. Butter, Speck, Kartoffeln gegen Hausrat, Kleidung oder Wertgegenstände zu tauschen.
1949 nahm Georg Kutzker dann den normalen Schiffsverkehr
mit "MS Elbe" und "MS Weichsel" wieder auf. Bruder
Otto übernahm das Fahrgastschiff "MS Rhein".
1959 musste Georg Kutzker alle Schiffe an die "Weiße Flotte" verpachten, so wie es zu dieser Zeit üblich war. Dies rechnete sich natürlich nicht und so wurde 1971 das Fahrgastschiff "MS Weichsel" nach Neuruppin verkauft.
Nach der Wiederervereinigung kündigte Hans-Joachim Kutzker (Sohn von Georg Kutzker), der inzwischen das Gewerbe übernommen hatte, sofort den Pachtvertrag mit der "Weißen Flotte" und fuhr mit dem Fahrgastschiff "MS Elbe" und seinem Sohn Michael als Bootsmann wieder auf eigene Rechnung.
1993 entschlossen sich die Kutzkers wieder ein zweites Schiff zu kaufen, dieses sollte vor allem als Charterboot (für Jubiläums- und Familienfahren) fungieren.
In Mukrena (Sachsen-Anhalt) entdeckte Michael Kutzker ein schon auf Land gebrachtes Fahrgastschiff mit dem Namen "MS
Zukunft", welches nun als Restaurant diente. Nach einer intensiven Generalüberholung wurde es wieder zu Wasser gelassen und auf den Namen "MS
Rhein" getauft.
1995 übernahm dann Michael Kutzker die Geschäftsführung der Reederei.
Auf dem Fahrgastschiff "MS Rhein" haben heute 150 Fahrgäste Platz und es ist ideal für Feierlichkeiten jeder Art. Da die "MS Elbe" nur über einen geringen Anteil an Außenplätze verfügt und der Bedarf an Plätzen im Freien und an der frischen Luft immer mehr wächst, musste ein weiteres Schiff mit einem größeren Sonnendeck gekauft werden.
Die "MS Spree" wird für
Linienfahrten eingesetzt. Sie hatte 74 Innenplätze und 60 Außenplätze.
Im Winter 2003/2004 wurde das Sonnendeck vergrößert. Es hat jetzt
117 Außenplätze, so dass wir unseren Fahrgäste noch mehr Komfort
bieten können. |